Die Session kann kommen. Der letzte Präsentationsabend ist gelaufen und bleibt bei einigen wohl noch lange im Gedächtnis. Zum einem für Walter Schweder (2 Schlawiner), Peter Kercher und für die gute Seele des Infostandes Grete Schäning. Sie wurden für ihre Verdienste beim Stammtisch und für den Kölner Karneval zu Ehrenmitgliedern ernannt. Aber auch Jürgen Beckers wird diesen Abend wohl lange in Erinnerung halten, denn vor seinem Auftritt war er sehr nervös. Dies legte sich aber spätestens nach dem er für seinen Vortrag stehende Ovationen erhielt. Er hat in diesem Jahr das Motto „Uns Sproch es Heimat“ angenommen und darüber seinen Vortrag abgehalten, wie unterschiedlich doch die Sprache in Aachen, Köln und Düsseldorf sei.

 

 

Aber auch das Opening war schon bemerkenswert und beeindruckend umrahmt von den 3 Kinder- und Jugendtanzgruppen Kölsch Hänneschen, Kammerkätzchen und Kammerdiener und der Höppemötzjer, eröffneten Norbert Conrads und Micky Brühl den Abend mit der Hymne „Ich mööch zo Foss noh Kölle jonn“ im Duett.

Musikalisch setzte der Stammtisch auf die neuen und jungen Bands die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Jung und sehr dynamisch präsentierten sich Pläsier mit den drei Frontfrauen Eva, Sabi und Julia. Leider war der Sound , zumindest da wo die Presse saß, extrem laut das es schon fast schmerzhaft war. Bei der Formation 5 Jraad war es etwas besser aber auch hier war es zeitweise etwas unverständlich. Die Kölsche Adler, die seit diesem Jahr neu beim Stammtisch sind überzeugten durch einen klaren Sound und vor allem durch den neuen Titel „Hätzschlaach“. Die Band hat in den letzten 13 Jahren ihres Bestehens wohl die bemerkenswerteste Entwicklung durchgemacht.

Wenn man als Künstler nur mit einem Klavier auf die Bühne geht, ist zuhören angesagt. Durch Simon Bay (ehemals KölschFraktion) unterstützt, setzte Norbert Conrads die gesangliche Messlatte extrem hoch. Kein Wunder denn Conrads ist ausgebildeter Opernsänger und schafft es stimmlich den alten Klassiker neues Leben einzuhauchen und dafür bekam er stehende Ovationen. Auch die eineiigen Kusängs Bernd und Wolfgang Löhr können mit nur wenigen Instrumenten den Saal zum zuhören bringen, denn die kölschen Krätzcher und Couplets haben im Karneval ihre Daseinsberechtigung und diese Lücke füllen die 2 Hillije vollends aus.

Zurück zum traditionellen, das können natürlich auch die Blömcher die mit jecken Parodien und neuen Texten auf bekannte Melodien punkten.  Punkten konnten leider aber nicht alle Redner, die Huusmeister vum Bundesdaach kämpften sich gesanglich durch die aktuelle Politik, aber wenn Politik langweilig ist, schafft man es auch fast nicht diese aufzuwerten. Mit Witzen aus fast 30 Jahren kam Redner Peter Kolb als ne komische Hillije auf die Bühne, er überzeugt leider nicht. Das Gegenteil war beim Nubbel Michael Hehn der Fall. Seine Rede kam sehr politisch daher und er nam auch kein Blatt bei Erdogan, Islam, der Ditip und der Moschee vor den Mund und auch die Stadtverwaltung bekam ihr Fett weg. So muss eine Rede sein, politisch und bissig und den Leuten den Spiegel vorhaltend. Ein toller Vortrag der mit standing Ovations belohnt wurde.

Als musikalische jüngster bekam Stefan Dahm gleich zu Beginn die Chance sich mit seinen neuen Titel vorzustellen, trotz seiner jungen Jahre wirkt er schon richtig professionell. Die Domstädter begleiteten dann die Besucher in die Pause und bringen jetzt mehr Gesang mit in ihre Darbietung.

 

 

 

Die Qual der Wahl hatte der Stammtisch bei der Auswahl der Tanzgruppen. Auf den Vorstellabend hatten es die Höppemötzjer, Kölsch Hänneschen und die Kammerdiener geschafft. Jeder dieser Gruppen hat wohl seine Fans im Saal und jeder dieser Gruppe ihre Berechtigung im kölschen Fatseleer. Ob akrobatisch oder schlicht mit schönen Tänzen, allesamt hätten es, wie die anderen Tanzgruppen auch, mehr gebucht zu werden, wenn die Gesellschaften und/oder Literaten mutiger wären, denn sie sind die Stärken des Karnevals.