Während es in Köln heißt: „Et Hätz schleiht em Veedel“ heißt es in Porz: „Uns danz keiner op d’r Naas“, denn Porz hat schon lange sein eigenes Motto. Und getanzt wurde gestern bei der 2. Brauhaussitzing viel. Aber natürlich wurde auch viel gesungen und zugehört. Zum zweiten Mal veranstalteten die Grengeler Draumdänzer, die 1992 aus der Pfarrjugend entstanden, ihre Brauhaussitzung für einen guten Zweck. Gestern konnte der OASE ein Scheck in Höhe von 1111,11€ überreicht werden und damit wurde das soziale Engagement des Vereins unterstrichen.
Dieses Jahr will man das Ergebnis sogar noch übertreffen. „Wir haben 150 Gäste hier im Akazienhof, auch wenn wir mehr Karten hätten verkaufen können, soll es aber noch gemütlich und nicht gequetscht sein“, so Jürgen Becker. „Wir hoffen aber dass wir die Summe vom letzten Jahr noch übertreffen“.
Um kurz nach 19 Uhr ging es bereits los mit Mathias Nelles der mit seinen eigenen Liedern und anderen Mitsing-Nummern die Jecke auf Betriebstemperatur brachte. Und wer die Grngeler Draumdänzer kennt, der weiß auch um ihre enge Beziehung zu Loss mer sind und dem Kölsche Musik Bänd Kontest und daher ist es auch kein Wunder das man ein etwas anderes „Karnevalsprogramm“ zusammengestellt hat. Obwohl, Karneval? Müssen es denn immer die großen Namen sein, nein, denn es geht dem Verein vor allem um die kölsche Sprache und das hat nicht immer mit Dom, Rhing, Wing un Sunnesching zu tun. Denn es kommen ganz andere Texte zum Vorschein, die ans Herz und die Seele gehen.
Und dafür stehen auch The Klaaf und Gäng Läteng die gestern Abend auftraten. Top Acts des Abends aber waren musikalisch aber die Rumtreiber. Auch sie erzählen Geschichten aus ihrer Region, die weit über die Grenzen Köln’s hinausgehen, aber nicht minder anspruchsvoll und zum Teil auch sehr Karnevalskompatibel sind. Unterhalten wurden die Gäste auch durch „ihr“ Kinder Dreigestirn Prinz Maurice I., Jungfrau Lina und Bauer Emilio, die mit Gefolge die gerade mal 3 mal 2 Meter große Bühne enterten.
Und was zeichnet einen Redner aus? Er muss die Leute unterhalten und dafür muss er nicht unbedingt ein Kölner sein. Der gebürtige Münsteraner Thorsten Prenner, seit vielen Jahren mit einer Kölnerin verheiratet, erzählt Geschichten aus dem Leben und legt auch den Finger in die Wunde. Ob es Thmen aus dem Veedel, Greta Thunberg oder der ehemalige Bischof Tebarzt-van Elst, sie alle bekommen ihr Fett weg. Das ist es, was eine gute Rede ausmacht, viel Lokalkolorit gespickt mit Themen die alle bewegen.
Bereits gestern stand aber schon fest, dass es auch 2021 eine Brauhaussitzung geben wird und es wurden sogar schon Bands gesichtet, die erst im nächsten Jahr dabei sein werden.
Eine Mischung zwischen Loss mer singe und Fastelovendsparty das war die Brauhaussitzung, und die Draumdänzer lebten somit das Motto „Uns danz keiner op d’r Naas“.