Das war mal ein großes Opening beim Vorstellabend des Klub Kölner Karnevalisten im Maritim. Seit vielen Jahrzehnten sind die Bläck Fööss Mitglied beim KKK. Ihnen zur Ehre und in Kombination mit dem Sessionsmotto "Et Hätz schleiht em Veedel" begrüßten die Tanzgruppen mit Schildern der 86 Veedel in Köln die Gäste. Torben Klein, Alex Barth, Christian Barth, Tino Selbach, Gottfried Kalenberg und JP Weber spielten und sangen dazu der Mutter aller Bands. Unterstützt wurden sie von dem Orchester um Helmut Blödgen und zusätzlichen Streichern, die dem ganzen einen orchestralen Touch gaben.Danach folgten noch 17 Programmpunkte von Rednern, Zwiegesprächen, Tanzgruppen, Bands und Sängern.

Den Auftakt bestritt der Tulpenheini aus Belgien. Während er noch beim Auswahlabend in Hilfarth den Saal "abriss", klappte dies nicht so ganz im Kölner Maritim. Es gab zwar einige Lacher über seine aneinandergereihten Witze, aber der Applaus war doch eher verhalten. Da kam Gabi Elador in der Type als Annegret vom Wochenmarkt wesentlich besser weg. Mit ihrer Type und ihrem Kölsch ist sie eine Bereicherung in Zeiten wo die Kölsche Sprache bei Rednern fast ausgestorben ist. Sie braucht keine Typenrolle, sie ist selber eine solche, Ingrid Kühne. Wenn man sie über ihren Mann Ralf und Sohn Sven reden hört, könnte man meinen das dies gar keine Rede ist, sondern alles so wirklich passiert ist.Dafür erhielt sie zu Recht stehende Ovationen.

Diese erhielten auch zu Recht Harry und Achim. Dies war ihr wohl stärkster Vortrag der letzten Jahre. Ihr Zwiegespräch hat es in diesem Jahr in sich.Nicht nur das man sich gekonnt gegenseitig auf die Schippe nimmt, sondern auch Themen um Greta Thunberg, Pariser Abkommen,E-Roller werden gekonnt witzig thematisiert. Die Hospitanten der Eene und der Anne, seit vielen Jahren schon im Karneval aktiv,könnten beim KKK Schwierigkeiten bekommen, sich durchzusetzen. Da muss dann noch mehr kommen.

Mit Palaver, Dräcksäck und Druckluft setzt der KKK auf die Jugend  und bietet ihnen die Möglichkeit sich zu etablieren und weiter zu entwickeln. im Moment stehen die Köbesse dort auf der besseren Position, allerdings sollten sie ihre Moderationen überdenken, wo sind eure Patschehändchen kommt nicht bei jedem gut an. Die Filue können im nächsten Jahr auf 33 Jahre Bühnenpräsenz zurückblicken. Nach Ich bin der Hans, Tote Enten und Nimmer Emmer mit ist der Running-Gag in diesem Jahr "Wusstet ihr schon, Düsseldorf hät keine Dom". Und die Covernummer von Cordula Grün "Kölle am Rhing", befasst sich passend zum Sessionsmotto mit den kölschen Veedeln.

Es sei schön und lustig aber ob das Fastelovend sei, diese Frage beschäftigte Bärchen Sester einer der beiden Moderatoren des Abends.Das Heddemer Dreigestirn, Teilnehmer beim Supertalent 2018, erhielt die Antwort direkt nach ihrem Auftritt: Das Pubilkum standim Saal und applaudierte lautstark.

Auch die Leistung der einzelnen Tanzgruppen honorierte das Publikum mit sehr viel Applaus. Ob traditionell wie bei den Hellige Knäächte und Mägde oder eines der besten Ballet-Ensembles Deutschlands, die Fauth Dance Company, bewiesen durch ihre Tänze warum sie auf dem Vorstellabend sind.

Die Zunft-Müüss konnten aber durch ihre Tänze und Würfe noch einen drauflegen und erhielten dafür auch zu  Recht stehenden Beifall.

Abräumer des Abends waren aber zweifelsohne Torben Klein und JP Weber. Bei dem ehemaligen Räuber Frontmann gab es schon bei der Ansage frenetischen Applaus bevor er überhaupt einen Ton gesungen hatte.Nach seinem beiden neuen Titeln "Lääv" und "Form ein Herz" folgte der Hit "Für die Iwigkeit", da hielt es keinen mehr auf den Stühlen, das Publikum sang lauthals mit und forderte nach stehenden Ovationen "Zugabe", diese wurde aber wie eigentlich üblich beim KKK mit Rücksicht auf den Zeitplan und die Kollegen, verwehrt.

Einer seiner emotionalsten Auftritte lieferte wohl JP Weber ab. Nach seinem Vortrag, einer Mischung zwischen Rede und Musik gab es kein Halten mehr. Er hatte mit seinem Vortrag alles auf den Punkt gebracht. Bissig gegen die Politik, mit einem Augenzwinkern gegen das Literarische Komitee, das ihm vor 5 Jahren sagte, dass er nichts für den Karneval sei und musikalisch virtuos auf der Mandoline.

Da konnten die Moderatoren die vom Publikum geforderte Zugabe nicht mehr ignorieren. Weber stimmte mit der Flitsch "In unserem Veedel" an und das stehende Publikum sang lauthals den Klassiker der Fööss. Da war es auch um den Musiker geschehen und ihm schossen Tränen in die Augen.

So emotional hat man Publikum, die Moderatoren Bärchen Sester, Robert Greven und JP Weber noch nie erlebt. Das war ein Gänsehaut Moment, der wohl vielen noch lange im Kopf bleibt.