Der Sommer neigt sich dem Ende, der Herbst zieht ein und damit auch die karnevalistische Zeit. Redner, Zwiegespräche, Tanzgruppen, Bands sie alle arbeiten auf den Herbst hin. Passen die Songs, sitzen die Tänze, wie gut kommt die Rede an. Es herrscht bei vielen Nervosität und Angespanntheit. Die Zeit der Vorstelltage beginnt. Den Anfang machte am vergangenen Wochenende der Karnevalsverband Rhein-Erft 1957 e.V. in Pulheim. Hier zeigten insgesamt 17 Künstler und Tanzgruppen wie ihr kommendes Programm aussehen könnte.

Eins vorweg: Viele Künstler präsentierten sich schon in guter Form, bei anderen ist noch Luft nach oben. Diese Luft nach oben gilt auch ausnahmsweise für die Saal Kapelle Kölsch Ton die wohl noch nicht in den Fastelovends Modus umgeschaltet hatte. So wenig wie an diesem Abend „getuscht“ wurde, gab es wohl selten. Vielleicht lag es daran das der Kapellmeister die Rede noch nicht kannte oder weil er sich intensiv mit seinem Musikerkollegen unterhielt und von den Redner aufgefordert wurde, mal einen Tusch zu spielen.

 

Ob Ruud – die Comedy Show in den Karneval passt ist etwas zweifelhaft. Auch wenn es einige Lacher für den Comedian, der sich mit Schlager vom Band und vielen Kostümwechseln und sich zum großen Teil im Publikum aufhielt um mit ihnen zu spielen, gab, das hatte nicht viel mit Karneval zu tun.

Richtig schön Kölsch wurde es mit Jeck noh Note, Ne Spätzünder und Annegret vom Wochemarkt.

Hinter Jeck noh Note verbirgt sich Harald Voß, Sohn von Walter Voß von Hot un Hötche, und damit wurde ihm wohl einiges in die Wiege gelegt. Krätzcher, Couplets und auch selber über sich lachen können, das ist es was Voß ausmacht. Hier sollte bzw. muß man zuhören und das hat richtig Spaß gemacht.

Ebenso zuhören sollte man bei Annegret vom Wochemarkt wenn sie über ihre Erlebnisse unter anderem von ihren Altargeschenk berichtet. Sie hat in diesem Jahr einen guten Sprung nach vorne gemacht.

Ebenso ist es bei Ne Spätzünder. Frank Friedrich ist kein Unbekannter der er war einige Jahre mehr oder weniger erfolgreich als „De Jummibotz“ unterwegs. Der Wechsel zu einer neuen Type hat ihm sichtlich gut getan.

Alte Witze neu verpackt, das ist Der Lange Alfred Wings. Er bringt unter anderem Witze von Hans Hachenberg und setzt diese in Reime um. Die Begeisterung beim Publikum hielt sich dabei in Grenzen. Ebenso bei dem Duo Woosch & Wööschje konnter der Funke nicht überspringen. Und wenn dann im Saal die Tanzgruppen sind und sich lautstark unterhalten, was nicht sehr kollegial ist, hat man auch als Redner Schwierigkeiten zu überzeugen.

 

Bei den 4 Tanzgruppen hatten die Kölsche Harlequins einen schwarzen Tag erwischt. Einige Würfe gingen vollends daneben und man hatte Angst um die weiblichen Tänzerinnen. Auch bei Aufbau der Wurffiguren bewiesen sich die Tänzer nicht besonders standhaft. Da ist noch viel Luft nach oben. Besser machten es Original Matrosen vum Müllemer Böötche, das Tanzcorps der Rheinflotte und das Seniorentanzcorps der K.G. „Für uns Pänz“.

Die Bands, Scharmöör, Jedöns und Palaver sind alle recht jung in ihrer Erfahrung im Karneval und jung an Jahren, aber das Potential ist vorhanden.

Pech hatten alle 3  Bands aber mit der Saaltechnik. Es klang übersteuert, manchmal unverständlich und  teilweise zu laut. Gut das es vom Veranstalter dafür einen USB Stick gab auf dem die Titel in Studioqualität zu hören waren und damit konnten Palaver und und Scharmöör punkten. Bei Jedöns, die als Musiklehrer schon Querbeet und Druckluft unterrichteten, fehlt es noch an Harmonie was das gesangliche angeht. Bei der „neuen“ Formation Schmitz um Ex-Hohn F.M. Willizil, hängt man von Hause aus die Messlatte etwas höher. Die Formation, in dem seine Tochter Daniela jetzt mitsingt, geben den bekannten Titeln alleine durch die weibliche Stimme eine ganz neue Qualität.

Beim unmoderierten Beginn des Vorstellabends, zeigte den noch wenigen Besuchern (bedingt durch Parkprobleme) Timo Schwarzendahl der jetzt solistisch unterwegs ist wie man ein Publikum überzeugen kann. Dies gelang auch den Ihrefelder Zigeuner. Mit kölschen Tön bewiesen die „Zigeuner“ das ein guter Musikzug eigentlich auf keiner Sitzung fehlen darf. Den Abschluss des Abends bestritten die Nothberger Fanfarentrompeter. Aber auch sie hatten großes Pech mit der Saal Technik, so dass bereits zu Beginn des Auftritts viele Literaten den Saal verließen.

Alles in allem boten die Künstler eine durchweg gute Leistung, wobei es auch einige wenige Ausrutscher nach unten gab.