Kaum ist Weihnachten vorbei, geht es los mit dem Karneval. Bereits am ersten Freitag und Samstag im Januar geht in Mackenbach die Post ab. Und es gibt eine Besonderheit auf die man stolz ist und im Rheinland fast unmöglich wäre. Der Reihe nach: Wo liegt Mackenbach? Dieser kleine Ort im deutschsprachigen Raum von Belgien in der Nähe von Saint Vieth, ist etwa so anzusehen, wie das kleine Dorf in Gallien das von den Römern besetzt ist, aber hier bezieht man es wirklich auf komplett Ostbelgien. Und dort finden die ersten Sitzungen des Jahres statt. Eine Mädchensitzung am Freitagabend und Samstagmorgen die Herrensitzung. Wo sind die Unterschiede zu sehen? Eigentlich gibt es kaum Unterschiede. An beiden Tagen stehen etliche Pittermännchen auf den Tischen (diese wurden extra aus Deutschland „eingeflogen“) und alle haben Bock zu feiern. Nur in Sachen der Kostüme liegen die Mädels ganz weit vorne, denn im Gegensatz zu ihnen kamen die Männer in zivil, aber auch sie wollten feiern. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.
Eigentlich ist es nur eine ganz normale Sitzung im belgischen Grenzland aber sie besitzt trotzdem eine Besonderheit, denn welcher Programmgestalter würde es wagen dem Publikum 3 Redner hintereinander anzubieten. Hier geht es schon seit Jahren. Nach etlichen Experimenten vor vielen Jahren entschloss sich Moderator und Programmgestalter Edgar Andres zu diesem Schritt. „Bei uns ist man den Rednern noch respektvoll gegenüber und hört aufmerksam zu“, so Andres. „Deshalb ziehen wir dieses auch durch und wenn das Publikum, mal nicht so zuhört, werden sie von mir zur Ordnung gerufen“, sagt Edgar weiter. Und siehe da, es funktioniert. Zu Beginn die Redner, dann die Steigerung zu Comedians und artistischen Einlagen, bis dann die Gruppen auftreten und den Saal zum Beben bringen.
So auch am Freitagabend bei der Mädchensitzung. Ne Kistedüvel, Schlabber & Latz und der Knubbelisch vum Klingelpütz, sie alle geben ihr Bestes und wurden gefeiert und durften ohne Zugabe die Bühne nicht verlassen. Brian o’Gott und Jens Ohle überzeugten durch viel Wortwitz und Akrobatik.
Die männliche Ausgabe der Fauth Company, die Fauth Gentlemen, sorgten für den ersten Kreisch Alarm bei den 530 Frauen im vollbesetzten Saal. Dass die Funky Marys jeden Saal abreißen können bewiesen sie auch jetzt bei ihrem ersten Auftritt des Jahres 2019, bei dem auch Yvonne, nach ihrer Babypause, wieder dabei ist.
Danach folgte höchste Akrobatik bei der Dolls Company. Vater und Sohn brachten die Halle zum toben. Vor allem Vater Gerd Waree zeigt mit seinen 59 Jahren, was mit mit reichlich Training noch alles leisten kann. Schade das sie es im vergangenen Jahr nur zum Auswahlabend bei der Kajuja geschafft haben und nicht auf die große Bühne durften. Zum Abschluss des Abend traten hatten dann die Dompiraten ein richtiges Heimspiel. Die Coverband aus der Region heizte dann mit über eine Stunde Programm die Halle auf gefühlte 50 Grad auf.
Ob dies am nächsten Tag auf der Herrensitzung zu toppen ging? Nicht ganz aber fast zumindest was das feiern anging, hatten die Mädels die Nase leicht vorne. Gut 4 Stunden nachdem die letzten Damen (uns wurde berichtet es war 7 Uhr morgens) den Saal verlassen hatten, strömten um kurz vor 11 Uhr die Herren in den Saal. Und hier gab es bereits den ersten Unterschied, denn es war kein einziger kostümiert, aber das tat der Stimmung während des Tages keinen Abbruch. Und die Sitzung begann direkt mit dem Knubbelich vum Klingelpütz der dierekt die Messlatte für die Kollegen hoch legte und nicht ohne Zugabe von der Bühne kam. Es folgten als weitere Redner Brian o Gott und John Doyle, auch er erhielt Zugabe-Rufe und konnte nicht ohne selbige von der Bühne. Zur Mittagszeit betrat Martin Schopps und bewies einmal mehr vom wem er gelernt und das Talent zum reden hat, denn sein Vortrag riss die 530 Herren von den Bänken und wurde frenetisch gefeiert. Ein optisches Highlight waren dann die Cheerleader des 1.FC Köln die den Saal enterten, denn auch in dieser Region Belgiens gibt es FC-Fans. Christian Pape und Liselotte Lotterlappen waren die nächsten 2 Redner und damit bewies Organisator Edgar Andres das es sehr wohl möglich ist, mehrere Redner hinteinander zu bringen und das das Publikum dies auch annimmt. Danach drehten Vater und Sohn Waree wieder einmal auf und auch die Dolls Company kam nicht ohne Zugabe von der Bühne. Den Abschluss bildeten, wie gut 15 Stunden vorher, die „Lokalhelden“ die Dompiraten.
Bei den Dompiraten mischte sich auch Edgar Andres (Mitte) unter die Musiker
Was ist das Resumee der 2 Tage? Ein Konzept mit mehreren Rednern hintereinander das voll aufgeht. Ein glückliches Händchen vom „Bonte Pitter“ der das Programm zusammengestellt hatte und eine gelungene Mischung von Redner, Comedy, Akrobatik und Musik präsentierte. Vor allem ein diszipliniertes Publikum das richtig feierwütig ist.