Eins vorweg—Willi Ostermann würde mit Sicherheit nicht die Hände vor die Augen schlagen, wenn er das ganze gesehen hätte.

Viele Monate der Vorarbeit liegen hinter den Machern der KG Schlepp Schlepp Hurra und die Mühe hat sich mal wieder gelohnt. Auch wenn es leider nicht zu den erhofften Besucherzahlen gereicht hat, trotzdem waren am Ende des Abends alle vollkommen zufrieden. Ob Zuschauer, Organisatoren oder die auftretenden Künstler, alle waren voll des Lobes über den Abend. Zum zweiten Mal präsentierte die KG der Techniker und Roadies aus dem Kölner Karneval die „die jungen kölschen Wilden“ und man hatte sich auch in diesem Jahr wieder junge Bands ausgesucht. Als Paten konnte in diesem Jahr die Band Brings verpflichtet werden die ja bereits im Jahr 2001 als kölsche Wilde gehandelt wurde, das sie den Karneval seit der Superjeilezick rockiger gemacht haben

Und dies spiegelte sich auch im Programm wieder, denn die Musikszene hat sich im Laufe der Jahre geändert und das merkte man am Wochenende bei den jungen Bands. Ob Pläsier, Fiasko, Lupo oder Kempes Feinest die als Opener antraten, sie alle überzeugten durch ihre Texte aber auch durch handgemachte Musik. Aber auch ein JP Weber gehört absolut dazu und sieht sich selber auch als junger Wilder. Er fühle sich absolut wohl bei dieser Zusammenstellung weil er akzeptiert wird, so wie er ist. Ostermann selber wäre wahrscheinlich auch stolz auf seine musikalischen „Urenkel“ und überrascht zugleich welche stilistische Vielfalt heutzutage herrsche, so Weber zu uns im Vorgespräch.

Und der Abend präsentierte eine große Vielfalt an Musikalität der Bands. Begonnen wurde aber der Abend mit dem Titel „Heimweh nach Köln“, gespielt auf der Orgel die sich in der Aula des FWG befindet. Und danach ging es Schlag auf Schlag mit Kempes Feinest, Brings, JP Weber, Pläsier, Fiasko und LUPO als Schlussnummer. Alle Bands bewiesen einmal mehr das sie zwingend zum Nachwuchs gehören und mit ihrer Art  Musik weitere Facetten zur kölschen Musik hinzufügen, denn kölsche Musik ist mehr als nur Walzer, Polka und Marsch, kölsche Musik ist vor allem Gefühl und dieses Gefühl muss auch zwingend nach außen getragen werden und hier sollten auch die Programmgestalter einmal etwas mehr Mut beweisen, denn der Musikmarkt ist so vielseitig und irgendwann wird es die großen Bands nicht mehr geben und was kommt dann? Dann kommen die jungen kölschen Wilden und mit was? Mit Recht! Und gerade was den Sitzungskarneval angeht sollten die Gäste sich einmal darauf einlassen, das es mehr als wie Brings, Höhner, Kasalla, Räuber, Bläck Fööss etc. gibt. Seid offen zu dem was da kommt, auch wenn es vielleicht nicht jedem gefällt, jeder dieser Bands hat seine Berechtigung und es verdient auch im großen Sitzungskarneval präsentiert zu werden. Dass diese jungen Bands es können, haben sie eindrucksvoll bewiesen und die Veranstalter denken bereits jetzt darüber nach auch 2017 neue „junge kölsche Wilden“ zu präsentieren

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