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Nach der Auflösung der Krageknöpp hatten sich einige Rest-Mitglieder entschlossen weiter Musik zu machen. Zum einem entstand die Band "Knöpp" und auf der anderen Seite gründeten sich "Null221". Das war im Jahre 2005. Jetzt gut 6 Jahre später löst sich Null221 zum 31. März 2011 auf. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Philosophie von ehrlichem, gradlinigem Rock&Roll mit frechen Themen und Texten ging im Karneval wohl nicht auf. In einer schriftlichen Stellungnahme von Herbert Reinhard heißt es: "Wenn man für die Auftritte die kommen auch noch regelmäßig bis zur holländischen Grenze fahren muß, weil man in Köln als "Qutlaws" abgestempelt (ist) wird, steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum bescheidenen Erfolg"

 

Aber auch die Literaten tragen wohl ein große Mass dazu bei, das man nicht den gewünschten Erfolg hatte, so Reinhard weiter: "Diese Mafia (gemeint sie die Literaten Anm. der Red.) sorgt entscheidend dafür das es in Köln und Umgebung maximal 7-8 Bands gibt die sich die Veranstaltungen dank des Literatenstammtisches aufteilen. Also für "freie Bands" die weder bei einem der Herrn unter Vertrag noch in einer Karnevalistenorganisation sind haben null Chance in die großen Säle zu kommen. Aber es seien wohl nicht nur die Literaten.

"Dazu kommen Agenturen und "Agenten" die von Musik soviel Ahnung haben wie die berühmte Kuh vom Sonntag. Wenn mir ein ehemaliger Kohlenhändler der in seiner Agentur mehr Masse als Klasse betreut sagt: "Vergeßt mir die Polka und den Walzer nicht" sage ich nur, der hat überhaupt nicht kapiert was NULL221 eigentlich wollte. Diese Borniertheit setzt sich nahtlos in den sogenannten Karnevalistenorganisationen wie "Stammtisch Kölner Karnevalisten" oder "KKK" fort. Im Stammtisch z.B. sitzt dann als Baas ein Elektromeister der sich federführend anmaßt die Qualität von Bands zu beurteilen nur weil er in grauer Vorzeit mal im Duo "Blom&Blömcher" zu Playback geträllert hat."

Herbert Reinhard wird wohl weiter Musik machen, aber nach 26 Jahren Karneval wird er wieder Back to the Roots gehen, das heißt für ihn Blues und Rock'nRoll. Er hat von Karneval und seinen Auswüchsen erst einmal die Nase voll und so verschwindet wieder eine Band aus dem Kölschen Karneval. Wir warten ab, ob und wen, wir von der Formation, demnächst in einer anderer Band wiederfinden.