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In den letzten Jahren hat sich die Kajuja zum Treff der Jung-Karnevalisten entwickelt. Mit einem guten Auge und einem glücklichen Händchen konnte die Vereinigung im wieder junge Talente präsentieren. Auch in diesem Jahr gab es wieder soviel Bewerbungen das man die Qual der Wahl hatte. So war es auch nicht verwunderlich das insgesamt 17 Programmpunkte auf der Agenda standen. Und es hätten noch deutlich mehr sein können.  Und weil das Programm so stark war begann man sogar 20 Minuten früher um zwei weitere Musiker vorzustellen. Für alle Arten von Veranstaltungen war etwas dabei, ob große Sitzung, Party oder kleine Veedelsveranstaltungen.

Für die großen Bühnen konnten sich auch dieses Jahr wieder alle Tanzgruppen empfehlen. Strunde Pänz, die Minis der Rheinmatrosen, die „großen“ Rheinmatrosen, Kölsche Harlequins oder das Tanzcorps der Echte Fründe. Alle boten eine sehr gute Leistung ob tolle Figuren der Minis der Rheinmatrosen, für die es Zwischenapplaus gab, oder Doppelwürfe bei den Erwachsenen der Rheinmatrosen. Eigentlich müssten auf jeder Sitzung mindestens 2 Tanzgruppen gebucht werden, denn man darf nicht vergessen das hier 8 Monate im Jahr trainiert wird. Und nur durch zahlreiche Auftritte werden die tänzerischen Leistungen gewürdigt.

Et Vingströschen ist seit 10 Jahren in ihrem bunten Outfit dabei. Die ersten Jahre war sie beim Literarischen Komitee, jetzt hat die selbsternannte Wuchtbrumme ihre Heimat bei der Kajuja gefunden. Wer wissen will, was so alles in ihrem Stadtteil Vingst passiert, kommt an ihr nicht vorbei. Pech und Glück liegen manchmal eng zusammen. Davon konnte Rupert Schiche ein Lied singen. Während seines poetischen Vortrages in der Art von Johann König, hatte er einen klassischen Blackout. Auf einmal war der Text weg und trotz Applaus vom Publikum und der Unterstützung durch Moderator Klaus Radek fand er  nicht mehr in seine Rolle zurück. Was macht man in solch einer Situation? Man improvisiert und das gelang Rupert grandios. „Wenn ihr meine neu komplette Rede hören wollt, müsst ihr mich buchen, nicht nur dafür  es viel Applaus. Diesen bekam auch, neben stehenden Ovationen, Volker Weininger als Sitzungspräsident. Was er in diesem Jahr wieder alles in seiner Rede verpackt hat ist schon toll. Sein Running Gag mit frischem Kölsch auf der Bühne gehört fest zu seinem Repertoire. Nach 6 Kölsch war dann Schluss für ihn und er bekam den Applaus der ihm zustand. Im Vergleich zum Vorstellabend beim KRE konnte Frank Friedrichs als „Ne Spätzünder“ bei der Kajuja noch eine Schippe drauflegen. Er hat seine Type gefunden und wenn er erzählt was alles in seinem Ossendorf so alles passiert, bleibt kaum ein Auge trocken.

 

Kommen wir zur Musik. Auch hier gab es für jeden etwas, mal ziemlich rockig, mal viel handgemachtes, mal solistisch, das ist es was die Kajuja auszeichnet, sie bietet mit ihren Künstlern eine Vielfalt für alle Arten einer Veranstaltung.

Ob alle Bands mit ihren Vorträgen auf die großen Bühnen schaffen, könnte schwierig werden. Das soll nicht heißen das sie schlecht sind, aber manche Vorträge passen eher in den kleineren Sitzungskarneval wie zum Beispiel auf Pfarr- oder Veedelsveranstaltungen dazu gehören unserer Ansicht nach Cabb, Gäng Latäng und Philipp Godart. Für die jüngere Fraktion zeichnen sich Scharmöör und Bohei und Stadtrebellen  aus, sie sind quasi die Youngster im Karneval ob allerdings die zeitweise harten Gitarrensolis bei den Stadtrebellen überall ankommen?

Selbstkritisch waren an dem Abend die Rumtreiber: “Irgendwie sprang der Funke nicht so ganz rüber“. Dafür gab es aber keinen Grund.Sie haben seit letztem Jahr mit ihrem Regiofolk den Sprung nach Köln geschafft. Mit ihren Geschichten aus dem Rheinland können sie auf jeden Fall punkten. Ihr 2. Platz bei Radio Köln hat Kölschraum gut getan und ihnen wieder einen Schub nach vorne gegeben. Mit dem Publikum wollen sie in diesem Jahr „im lieje schunkele“. Nachlegen müssen in diesem Jahr Stadtrand. Ihrem Titel „Orjinal“ aus dem letzten Jahr folgt jetzt „Hin un widder“ und die Ballade „He schleiht ding Hätz“. Abräumer des Abends waren aber Planschemalöör mit ihrem Surfpop. Das ihr letztjähriger Sessionstitel „Heimat“ den Gästen im Ohr geblieben ist konnte man daran erkennen, das das Publikum lauthals mitsang. Mit den neuen Titeln „Samba“ und „Annabella“ können sie sicherlich an die letzte Session anknüpfen.

Fazit: Sehr gute Qualität in allen Bereichen und keine Ausrutscher nach unten. Tolle Arbeit der Vereinigung